Sichtweise zu SM
Ist das Schönste an der Lust .... nicht die Lust des anderen?„Jetzt husten Sie mal“, meinte der Arzt und setzte zum Spritzen an. Da ich mich darauf konzentrierte, war vom Einstich in der Tat nichts zu spüren.
Warum ich dies erzähle? Nein, es ist nicht meine erste SM-Erfahrung :-) :-), aber es zeigt, wie sehr man die allgemeine Wahrnehmung ausschalten kann, wenn man sich nur auf eine Sache konzentriert. Dies sei normal, denn - so der Arzt - der Mensch sei nicht multi-tasking-fähig.
Und doch wird dies täglich von ihm verlangt. Selten gibt es die Gelegenheit sich nur auf ein einziges Thema zu konzentrieren oder abzuschalten.
Gerade diejenigen, die beruflich Verantwortung übernehmen müssen, tragen Gedanken und Überlegungen oft mit nach Hause.
Aber... ohne Abschalten – keine Entspannung, ohne Entspannung - keine Erholung.
SM ist für mich auch eine Möglichkeit voll „abzutauchen“, das Denken auszublenden und den Kopf frei zu machen.
Zudem ist es reizvoll, das alte Spiel von Macht und Ohnmacht, das im Alltag mehr oder weniger subtil zu spüren ist, in seiner „Ur- und Rohform“ auszuleben. Andere geniessen den Schmerz, der in den Körper dringt und keine weiteren Gedanken zuläßt. Auch erweitert es den Horizont, sich selbst in einer anderen Rolle zu erleben.
Wer oben ist, hat die Verantwortung und eine nicht zu unterschätzende Fürsorgepflicht.
Wer unten ist, befolgt die Anweisungen, ob sie gefallen oder nicht, kann eigene Grenzen erkunden, sich fallen lassen und sich danach mit neuer Kraft erheben.
SM geht unter die Haut, setzt da an, wo der Mensch am empfindsamsten ist, ganz nah am Innersten.
Ich habe Achtung vor allen, die ihre Neigungen erkannt haben, dazu stehen und sie ausleben. Wie ungewöhnlich sie auch seien – ich werte nicht. Und ich danke für das mir entgegengebrachte Vertrauen.
Ein Spiel – verbunden mit der dort erlebten Lust – kann sich nur positiv auf Körper, Geist und Seele auswirken. Denn... ganz ehrlich... was wären wir ohne die Lust?
